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Automatisiertes Linde Fahrzeug im Einsatz bei der Wolf GmbH

Warentransport flexibel automatisiert

Wolf GmbH

Jedes Jahr entwickelt die Marketingabteilung der Wolf GmbH, Systemanbieter für Heiz-, Lüftungs-, Klima- und Solartechnik mit Sitz im niederbayerischen Mainburg, zusammen mit der Geschäftsführung ein Motto, welches den Mitarbeitern Orientierung und Ansporn sein soll. „Mut zur Veränderung“ lautet die Ansage für 2016 und könnte treffender in Bezug auf die Anschaffung des ersten automatisierten Flurförderzeuges im Betrieb nicht sein.

Vom Konzept zur Innovation

Bei Wolf gibt es Transportaufgaben, die immer wieder gleich sind. Dazu gehört der Transport palettierter Fertigware im Versandbereich zwischen Blocklager und Übergabestelle vor den Lkw-Rampen. „Um die Effizienz unserer Werkslogistik weiter zu steigern, suchten wir nach einer Lösung für diese ausgewiesene, sich ständig wiederholende Standardaufgabe, die über eine längere Wegstrecke führt. Das war vor circa einem Jahr, als wir ins Gespräch mit unserem Lieferanten für Flurförderzeuge, dem Linde-Vertragshändler Beutlhauser-Bassewitz kamen“, berichtet Roman Feigl, Leiter Logistik bei der Wolf GmbH.

Uns überzeugte die Orientierung der Geräte im Raum mittels Geonavigation, die eine zusätzliche Infrastruktur überflüssig macht

Roman Feigl, Leiter Logistik bei der Wolf GmbH

Zu dieser Zeit hatte Linde Material Handling gerade die ersten Geräte der Linde Robotics Baureihe auf den Markt gebracht. Feigl: „Uns überzeugte die Orientierung der Geräte im Raum mittels Geonavigation, die eine zusätzliche Infrastruktur überflüssig macht. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Lösungen, weil wir dadurch flexibel sind und eingelernte Routen und Fahraufträge jederzeit ohne großen Aufwand ändern können.“ Weiterer Entscheidungsgrund war die Tatsache, dass den automatisierten Geräten das jeweilige Linde-Standardfahrzeug mit Zusatzoptionen wie beispielsweise dem Linde BlueSpot zugrunde liegt.

Zusätzlich verfügen die Linde-MATIC Versionen „driven by Balyo“ über Navigationslaser, Sicherheitsscannern vorn und hinten, 3-D-Kamera oder Sicherheitslaser, Computereinheit mit 7-Zoll-LCD-Bildschirm sowie visuelle und akustische Warneinrichtungen plus Notausschalter an beiden Seiten. Aufgrund dieser innovativen Merkmale können die Geräte zusammen mit Personen oder anderen Fahrzeugen in derselben Umgebung arbeiten. Hindernisse werden in Echtzeit erkannt.

Schnelle Installation vor Ort

Nach mehrmonatiger gemeinsamer Projektarbeit mit Matthias Engelbrecht, Verkaufsberater bei Beutlhauser Bassewitz, und Thomas Weisheit, im Marketing Deutschland von Linde Material Handling für die Geschäftsfeldentwicklung Automatisierung zuständig, war es am 5. April 2016 dann soweit. Der bestellte Hochhubwagen L-MATIC erreichte per Lkw seinen zukünftigen Einsatzort. Bereits eine Woche zuvor war die Rollenbahn installiert worden. Diese dient im neuen Logistikprozess als Materialpuffer. Auf der einen Seite bestückt ein Stapler die Rollenbahn mit Paletten, auf der anderen Seite nimmt der automatisierte Hochhubwagen diese Paletten nacheinander auf und bringt zur definierten Zielposition.

Direkt nach der Ankunft des Gerätes bei Wolf begann die Installation. Dazu führte eine Anwendungsingenieurin das Gerät zunächst manuell durch die Versandhalle und kartographierte über die am Fahrzeug installierte Kamera alle unbeweglichen Gegenstände im Raum. Die daraus entstandene zweidimensionale Landkarte des Gebäudes wurde in einem weiteren Schritt bereinigt. Denn am Ende sollten nur die Elemente in der Karte übrig bleiben, an denen sich das Fahrzeug dauerhaft orientieren kann, d. h. Wände, Pfosten und Regale. Im dritten Schritt folgte das „Einlernen“ der Routen bzw. Fahrwege sowie der Regeln, nach denen sich das Fahrzeug in seiner Umgebung zu bewegen hat.

Zuverlässig und sicher

„Die Inbetriebnahme war ein Highlight für die ganze Firma“, erzählt Christian Amann, Geschäftsführer Produktion und IT der Wolf GmbH, mit einem Schmunzeln. „Die Neuigkeit, dass da ein Fahrzeug fahrerlos durch die Gegend steuert, erzeugte sehr viel Interesse und lockte auch Schaulustige an.“ Auf die Installation folgten in den darauffolgenden Tagen Versuche mit diversen Packstücken aber auch Bremstests sowie weitere sicherheitstechnische Kontrollen, Abstimmungen und Systemoptimierungen. Denn in der Versandhalle kreuzen auch Fußgänger und Bediener mit diversen Lagertechnikgeräten den Fahrweg des Linde L-MATIC. „Sicherheit hat bei uns oberste Priorität, deshalb haben wir einerseits klare Verkehrsregeln für die Lagermitarbeiter aufgestellt und andererseits auf entsprechend hohe Verkehrssicherheit des automatisierten Gerätes geachtet,“ betont Amann.