Herzstück eines jeden verbrennungsmotorischen Staplers von Linde im Traglastbereich bis 18 Tonnen ist der hydrostatische Antrieb. Er ist untrennbar mit den feinfühligen, präzisen Fahr- und Hubeigenschaften der Stapler sowie ihrem sparsamen Energieverbrauch und ihrer Wartungsfreundlichkeit verbunden.
Auch wenn sich das Prinzip des hydrostatischen Getriebes bis heute nicht geändert hat, sind den Entwicklungsingenieuren von Linde MH doch immer wieder entscheidende technische Verbesserungen gelungen. Mit der vierten Generation der Linde-Hydrostatik behauptet der Staplerbauer seine Technologieführerschaft: in die kompakte Antriebsachse sind zwei langsam laufende Hydromotoren integriert, welche die Antriebsräder direkt, d. h. ohne Untersetzungsgetriebe, antreiben.
„Wir haben uns nie auf unseren Lorbeeren ausgeruht. Vielmehr war der jeweilige Erfahrungsstand die Ausgangslage, nach weiteren Optimierungspotenzialen für Fahrantrieb und Hubhydraulik zu forschen. Bestes Beispiel sind die Entwicklungsschritte der Antriebsachse. Wo einst eine Drehzahl von 3.500 U/min anlag, sind es heute beim aktuellen Langsamläufer gerade noch 170 U/min. Diese Fortschritte setzen ein hohes Systemverständnis voraus, das bei Linde durch die Verbindung von Fahrzeugentwicklung und Antriebstechnik unter einem Unternehmensdach in idealer Weise gegeben ist. Somit können sich unsere Kunden auch in Zukunft darauf verlassen, dass sie mit der Marke Linde technisch führende und gleichzeitig wirtschaftlichste Staplertechnologie erwerben“, so Theodor Maurer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Linde Material Handling.
Hauptbestandteile des Linde Hydrostatik-Antriebs sind die Hydrostatikpumpe und die beiden Radmotoren. Im Unterschied zum hydrodynamischen Getriebe kann durch die Schlauchverbindung zwischen Pumpe und Radmotoren ein für das Fahrzeug optimaler, flexibler Einbau gefunden werden. Zudem kommt das hydrostatische Getriebe ohne Kupplung, Handschaltung, Getriebe und Bremsen aus, was sich in geringeren Wartungskosten widerspiegelt.
Bereits seit den 1970er Jahren nutzt Linde MH Axialkolbenmotoren, die sich durch Hochdruckfähigkeit und Verstellbarkeit auszeichnen, um die mechanische Energie des Verbrennungsmotors in hydraulische Energie umzuwandeln. Etwa zur gleichen Zeit vollzog Linde MH den Schritt von den Schrägachsenpumpen zu den Schrägscheibenpumpen und –motoren und schuf damit die Voraussetzung für kompaktere Einbaumaße, längere Lebensdauer und eine sehr hohe Leistungsdichte.
Seit Mitte der 1980er Jahre sind die Schrägscheibenpumpen und Motoren in allen Stapleranwendungen von Linde im Einsatz – sowohl im offenen Ölkreislauf (Hubhydraulik) als auch im geschlossenen Ölkreislauf (Fahrhydraulik). Eine Standardisierung und die Integration zahlreicher weiterer Funktionen erfolgte Anfang der 1990er Jahre mit der Einführung der modernen Axialkolbenmaschine der Baureihe 02 in Schrägscheibenbauweise. Mit der Staplerbaureihe 39x gelang im Jahr 2002 ein entscheidender Durchbruch bei der Drehzahlreduzierung, die zur Einsparung einer Getriebestufe führte und den Antrieb damit nicht nur leiser und verschleißärmer, sondern auch energiesparender machte.
Viele Hydraulik-Experten staunten über die Leistungsdichte und Präzision, die mit Schrägscheibenantrieben realisiert wurde. Und die Praxis bestätigte sogar die Überlegenheit gegenüber dem Radialkolbenantrieb, bei welchem die Arbeitskolben im Gegensatz zur Axialkolbenpumpe nicht axial (parallel), sondern radial (senkrecht) zur Antriebswelle angeordnet sind.