Autonomes Heben auf zwölf Meter Höhe

16.02.2017

Linde Material Handling ergänzt Robotik-Programm um den Schmalgang-Kommissionierstapler K-MATIC

Mit dem autonom fahrenden und hebenden Schmalgang-Kommissionierstapler Linde K-MATIC mit 1,5 Tonnen Tragfähigkeit erweitert Hersteller und Lösungsanbieter Linde Material Handling das Spektrum an Standard-Robotik-Fahrzeugen um ein wichtiges Modell: Ab sofort können Paletten in Hubhöhen von bis zu 12 Metern autonom ein- und ausgelagert werden.

Selbstständig agierende Flurförderzeuge, die sich flexibel in bestehende Intralogistikanwendungen einfügen und schrittweise ausgebaut werden können, stoßen auf ein stetig wachsendes Kundeninteresse. „Wir gehen davon aus, dass Robotik-Geräte zukünftig immer häufiger Teil mehrstufiger autonomer Prozessketten sein werden, in denen verschiedene Flurförderzeuge, aber auch Maschinen und Einrichtungsgegenstände miteinander kommunizieren und interagieren, um auf diese Weise die Produktivität in Lagern und Distributionszentren weiter zu steigern“, prognostiziert Philipp Stephan, Produktmanager Linde robotics bei Linde Material Handling.

Schmalgang-Kommissionierstapler K-MATIC

Mit dem autonom fahrenden und hebenden Schmalgang-Kommissionierstapler Linde K-MATIC können Paletten ab sofort in Hubhöhen von bis zu 12 Metern autonom ein- und ausgelagert werden.

Wie dies aussehen könnte, hatte Linde bereits im letzten Jahr mit einem Arbeitsspiel auf der Kundenveranstaltung „World of Material Handling“ gezeigt: Paletten, die der Kombi-Stapler K-MATIC aus einem Hochregal auslagerte und auf einer Bereitstellungsfläche abstellte, wurden von einem Hochhubwagen L-MATIC aufgenommen und zu einer Rollenbahn gebracht. An dessen Ende stand ein Schlepper P-MATIC, der die Palette wieder zum Hochregal brachte, wo sie erneut eingelagert wurde.

„Mit Linde robotics sind wir in der Lage, autonome Prozessketten sowohl mit unterschiedlichen autonomen Flurförderzeugen als auch mit Maschinen, z. B. Folienwicklern, oder Einrichtungsgegenständen, z. B. Rolltoren, zu steuern und damit komplexe Materialfluss-Anwendungen zu realisieren“, so Stephan.

Ein großer Vorzug, der insbesondere beim neuen K-MATIC zum Tragen kommt, ist überdies der einfache und schnelle Wechsel vom autonomen in den manuellen Modus. Dafür brauche es jeweils nur wenige Handgriffe. „Auf diese Weise kann mit dem K-MATIC beispielsweise tagsüber manuell kommissioniert werden, während das Gerät nachts im autonomen Modus die Nachschubversorgung mit ganzen Paletten im Hochregal übernimmt,“ so Stephan.

Eingebaute Intelligenz

Die Integration des Gerätes in den betrieblichen Datenfluss gelingt über den Robot-Manager, der die Schnittstelle zum Lagerverwaltungs- oder Warenwirtschaftssystem schafft. Als Supervisor-Software empfängt, verarbeitet und sendet der Robot-Manager Daten in Echtzeit und steuert auf diese Weise die Interaktion mit anderen vernetzten Maschinen und Geräten. Auch die Übermittlung von Daten, wie dem Fahrzeugstatus zu Servicezwecken, übernimmt die intelligente Computereinheit.

Die Installation der Linde-Robotik-Geräte reduziert den Aufwand für Kunden im Vergleich zu klassischen fahrerlosen Transportfahrzeugen oder Lösungen, die mit Laserreflektoren arbeiten. Denn die Linde-MATIC-Baureihen orientieren sich im Raum mithilfe einer „Infrastruktur-freien“ Navigationstechnologie. Für den Kommissionierstapler Linde K-MATIC heißt das: Gibt der Robot-Manager dem Gerät die Anweisung zum Gangwechsel, genügen ihm zur Navigation vorhandene Strukturen wie Mauern, Pfeiler oder Regale, um sicher und zuverlässig zu navigieren. Innerhalb des Regalgangs fädelt der Schmalgang-Kommissionierstapler auf eine induktive oder mechanische Spurführung auf, um ein schnelleres Fahren zu ermöglichen.

Der Linde K-MATIC empfiehlt sich besonders, wenn hochwertige Produkte im Lager bewegt werden, denn das installierte Sicherheitsmanagement sorgt dafür, dass der autonome Kommissionierstapler seine Aufgaben sicher, zuverlässig und produktiv erledigen kann und Beschädigungen an Regalen, Warenträgern und Gütern verhindert werden. Dafür sorgen Sensoren und 3-D-Kameras, visuelle und auditive Warneinrichtungen sowie Notausschalter. Beispielsweise scannt eine Kamera an der Schwenkschub-Gabel die Umrisse einer Palette genau ab, um sie anschließend korrekt aufzunehmen. Gleichzeitig reagiert das Fahrzeug in Echtzeit auf seine nähere Umgebung, wodurch es außerhalb des Regalgangs auch im Mischbetrieb mit Fußgängern eingesetzt werden kann.

Beratung unabdingbar – Geräte und Service aus einer Hand

Automatisierungslösungen sind kein Produkt, das man von der Stange kauft. Ohne Beratung im Vorfeld geht deshalb nichts. „Eine genaue Analyse der Materialflussprozesse vor Ort ist unabdingbar, um gemeinsam mit dem Anwender die richtige Robotik-Lösung zu entwickeln“, betont Stephan. Steht das Konzept, braucht es für die eigentliche Installation der Geräte nur wenige Tage.

Da alle Robotik-Fahrzeuge von Linde auf entsprechenden Serienmodellen basieren, stehen auch beim Linde K-MATIC sämtliche Ausstattungsmerkmale und Optionen der modular aufgebauten Modellreihe zur Wahl und bieten eine perfekte Anpassung an die unterschiedlichen Kundenanforderungen. Auch der Service erfolgt in gewohnter Weise durch die Linde-Vertriebsorganisation.

Head of Content and Editorial Team

Matthias Kluckert