Technologie für mehr Effizienz und Sicherheit
RFID in Lager und Logistik
RFID-gestützte Lager- und Logistikprozesse nutzen Radio-Frequency Identification, um Waren, Ladungsträger und bei Bedarf auch Lagerplätze automatisch und kontaktlos per Funkwellen zu identifizieren. RFID-Tags übermitteln ihre Daten in Echtzeit an entsprechende Lesegeräte und ermöglichen so eine durchgängige Bestands- und Materialflussübersicht, sowohl im Lager als auch entlang der gesamten Lieferkette.
Prozesse wie Wareneingang, Warenausgang, Inventur und Kommissionierung werden dadurch schneller, fehlerärmer und deutlich effizienter als bei manuellen Verfahren wie der Barcode-Erfassung.
Linde Material Handling integriert RFID gezielt in seine Lösungen, um Prozesse sicherer und transparenter zu machen. Über die kontaktlose Identifikation von Personen, Fahrzeugen und Gütern lassen sich automatisierte Abläufe und Zugriffssteuerungen realisieren.
Die Technologie kommt in zahlreichen Anwendungen zum Einsatz – vom Flottenmanagement über Lagerassistenzsysteme bis hin zu automatisierten Fahrzeugen.
RFID in der Lagerlogistik
RFID-Technologie spielt auch in der Lagerlogistik eine zentrale Rolle, insbesondere in Hochregal- bzw. Schmalganglagern. Linde MH bietet Assistenzsysteme, die Flurförderzeuge automatisch durch das Lager navigieren und gleichzeitig potenzielle Gefahren minimieren.
RFID-Tags ermöglichen eine exakte Positionsbestimmung, ein entscheidender Vorteil in dynamischen, dicht belegten Lagerumgebungen. So wird eine präzise Ein- und Auslagerung sowie eine automatische Lagerplatzverfolgung realisiert.
RFID-Flottenmanagement und Zugangskontrolle
Das digitale Flottenmanagementsystem myLinde ist die zentrale Plattform zur Steuerung, Analyse und Sicherung Ihrer Fahrzeugflotte. Linde MH setzt dabei auf RFID-basierte Zugangskontrolle (Access Control): Bevor ein Flurförderzeug gestartet werden kann, muss sich der Fahrer oder die Fahrerin kontaktlos per RFID-Chip identifizieren.
Darüber hinaus bietet myLinde umfassende Funktionen zur Verwaltung und Analyse Ihrer Fahrzeugflotte, einschließlich Sicherheits- und Energiemanagement.
Funktionen und Vorteile:
- Fahrerzuweisung und -berechtigung auf Basis individueller RFID-Profile
- Zugang nur bei gültigen Qualifikationen (z. B. Staplerschein oder Sicherheitsunterweisung)
- Kein Schlüssel erforderlich – keine Verluste oder unautorisierte Nutzung
- Detaillierte Nutzungsauswertung über weitere Flottenmanagement-Module (z. B. connect:dt, oder myLinde Flottenanalyse)
RFID-basierte Geschwindigkeitsanpassung
Mit RFID-Technologie lassen sich Fahrzeuggeschwindigkeiten automatisch und fahrerbezogen steuern. Über individuelle RFID-Profile können beispielsweise reduzierte Geschwindigkeiten für neue oder weniger erfahrene Fahrerinnen und Fahrer hinterlegt werden. Das erhöht die Sicherheit im Lager, minimiert Unfallrisiken und sorgt für eine kontrollierte Fahrzeugführung, besonders in sensiblen Bereichen oder bei hohem Verkehrsaufkommen.
Praxisbeispiel: RFID-Flottenmanagement bei SMP
Beim Automobilzulieferer SMP sind über 70 Linde-Fahrzeuge mit RFID-Lesern ausgestattet. Die Fahrer melden sich kontaktlos per unternehmenseigener Mitarbeiterkarten am Fahrzeug an. Die RFID-basierte Zugangskontrolle verhindert automatisch den Fahrzeugstart, wenn Qualifikationen fehlen oder Schulungen abgelaufen sind. Das Ergebnis: Maximale Transparenz, erhöhte Sicherheit und ein effizienterer Einsatz der gesamten Flotte.
RFID-Lagernavigation: Linde Warehouse Navigation
Die Linde Lagernavigation nutzt RFID-Tags im Hallenboden zur präzisen Positionsbestimmung der Flurförderzeuge und führt sie automatisch zum Zielort. In Kombination mit einem Lagerverwaltungssystem (WMS) lassen sich so Routen optimieren und Fehler minimieren, mit Produktivitätssteigerungen von bis zu 25 %.
Das halbautomatische System steuert Fahrzeuge wie den Linde K gezielt zum Lagerplatz. Die RFID-Tags werden beim Durchfahren ausgelesen und übermitteln die Positionsdaten. In Verbindung mit dem WMS erhält das Fahrzeug die Lageraufträge automatisch via WLAN.
Vorteile:
- Automatische Positionsberechnung und Gabelausrichtung
- Optionale Gabelautomatik („Gabelzyklus“) für Ein- und Auslagerung
- Bis zu 25 % höhere Produktivität durch optimale Routen und weniger Fehler
RFID Gangsicherheitsassistent
In schmalen Lagergängen erkennt der Linde Gangsicherheitsassistent (GSA) mithilfe von RFID-Markierungen potenzielle Gefahrenzonen wie Übergänge, Bodenunebenheiten oder Hindernisse. Das System reagiert automatisch und passt Fahrparameter wie Geschwindigkeit oder Hubhöhe situationsabhängig an. So werden Kollisionen reduziert, Schäden vermieden und die Arbeitssicherheit deutlich erhöht – bei gleichzeitig flüssigem Materialfluss.
Ergebnis: Weniger Kollisionen, geringerer Schaden, höhere Sicherheit – besonders in eng strukturierten Hochregallagern.
RFID in automatisierten Flurförderzeugen
Linde Material Handling setzt die RFID-Technologie gezielt auch bei automatisierten Fahrzeugen der MATIC-Serie ein, sowohl zur Navigation als auch zur Identifikation von Lasteneinheiten. Die RFID-Integration ermöglicht automatisierte Abläufe ohne manuelle Eingriffe und sorgt für eine präzise Steuerung im Zusammenspiel mit Lager- und ERP-Systemen.
Bessere Infrastruktur und mehr Sicherheit
RFID kommt bei Linde MH nicht nur in Staplern zum Einsatz, sondern auch in der Infrastruktur, beim Verladen und in Sicherheitskonzepten:
Vorteile von RFID in der Logistik
RFID-Technologie bringt Tempo, Transparenz und Sicherheit in die Lagerlogistik. Sie ermöglicht die kontaktlose Identifikation von Waren, selbst ohne Sichtkontakt und durch Verpackung hindurch. RFID-Lesegeräte erfassen mehrere Objekte gleichzeitig, was besonders bei großen Warenmengen und Echtzeit-Inventuren Zeit spart.
Prozesse wie Kommissionierung oder Verladung werden sicherer, da Fehlbuchungen und Verwechslungen automatisch erkannt werden. Die daraus entstehende Echtzeit-Transparenz erlaubt eine präzise Bestandsführung und verbessert die Lagerauslastung. Zudem lassen sich RFID-Systeme nahtlos in autonome Fahrzeuge integrieren und ermöglichen so eine vernetzte, hochautomatisierte Intralogistik mit bis zu 25 % höherer Produktivität.
RFID als Schlüssel zur vollvernetzten Intralogistik
Linde MH entwickelt RFID-basierte Technologien in enger Zusammenarbeit mit Forschung und Industrie weiter. Im Projekt KAnIS (Kooperative Autonome Intralogistik-Systeme) wurde z. B. untersucht, wie autonome Fahrzeuge sich per RFID auch im Außenbereich navigieren lassen – dort, wo GPS nicht zuverlässig verfügbar ist.
Zukünftig könnten RFID-Tags an Lagerplätzen, Behältern oder in Außenbereichen eine sichere Fahrzeugführung ermöglichen und damit den nächsten Schritt in Richtung Logistik 4.0 einleiten.
Mit RFID-Technologie schafft Linde Material Handling vernetzte, digitale Prozesse in der gesamten Intralogistik: vom Fahrerzugang über Lagernavigation bis zur autonomen Fahrzeugsteuerung. Das Produktportfolio mit myLinde, Lagernavigation, GSA oder der MATIC-Serie zeigt, wie sich die RFID-Technik nahtlos in bestehende Systeme integrieren lässt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die RFID-Technologie?
RFID (Radio Frequency Identification) ist eine drahtlose Identifikationstechnologie, mit der Objekte oder Personen kontaktlos erkannt und verfolgt werden können. Sie basiert auf der Übertragung von Daten per Funkwellen zwischen einem RFID-Tag (Transponder) und einem RFID-Lesegerät (Reader).
Was ist Pick by RFID?
Pick by RFID ist eine Technologie, die im Bereich der Lagerlogistik und Kommissionierung eingesetzt wird. Sie kombiniert klassische Pick-by-Methoden (z. B. Pick-by-Voice, Pick-by-Light) mit RFID, um Prozesse schneller und fehlerfreier zu gestalten.
Welche Vorteile hat RFID in der Lagerlogistik?
RFID-Technologie ermöglicht die kontaktlose und automatisierte Erfassung von Waren, auch ohne Sichtkontakt. Dadurch lassen sich Prozesse wie Einlagerung, Kommissionierung und Verladung deutlich beschleunigen und Fehler reduzieren. Das sorgt für mehr Transparenz, eine präzisere Bestandsführung und eine effizientere Nutzung der Lagerflächen.
Wie funktioniert RFID-Technik in der Logistik?
RFID-Technik in der Logistik ermöglicht die automatisierte und kontaktlose Erfassung von Warenbewegungen. Jeder Artikel wird mit einem RFID-Tag versehen, der eine eindeutige Identifikationsnummer enthält. Beim Passieren eines RFID-Lesegeräts, z.B. am Wareneingang oder bei der Kommissionierung, werden die Daten automatisch erfasst und an ein zentrales IT-System übermittelt. So lassen sich Lagerbestände in Echtzeit überwachen und Prozesse effizient steuern.
Welche praktischen Anwendungsbeispiele gibt es für RFID in der Logistik?
Ein typisches Beispiel für RFID in der Logistik ist die automatische Erfassung von Paletten bei der Ein- und Auslagerung. Weitere Anwendungen sind die Sendungsverfolgung im Versandprozess, die automatische Nachschubsteuerung bei geringen Lagerbeständen und die Zugangskontrolle zu bestimmten Lagerbereichen. Diese RFID-Lösungen erhöhen die Transparenz entlang der Lieferkette, reduzieren Fehlerquoten und sparen wertvolle Zeit im operativen Ablauf.
Was ist RFID-Lagerhaltung?
RFID-Lagerhaltung bezeichnet den Einsatz von RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) zur Verwaltung, Verfolgung und Organisation von Lagerbeständen.
Dabei werden Waren, Behälter oder Paletten mit RFID-Tags ausgestattet. Diese kleinen Chips enthalten eine eindeutige ID und können per Funk von RFID-Lesegeräten erfasst werden – ohne direkten Sichtkontakt wie bei Barcodes.