FTS-Navigation
Präzise Orientierung – vollautomatisch
Fahrerlose Transportsysteme (FTS) benötigen eine präzise Navigation, um Wege sicher abzufahren, Übergabepunkte exakt zu erreichen und Materialflüsse effizient zu unterstützen. Je nach Infrastruktur, Einsatzumgebung und gefordertem Automatisierungsgrad kommen unterschiedliche Navigationsmethoden zum Einsatz: von flexiblen SLAM‑Systemen bis zu hochpräzisen markerbasierten Lösungen.
Erfahren Sie, welche FTS-Navigationslösungen Linde Material Handling anbietet, wie sie funktionieren und welche Lösungen sich für Ihre Anforderungen am besten eignen.
FTS-Navigationsmethoden im Überblick
Für die Navigation fahrerloser Transportsysteme stehen drei etablierte technische Ansätze zur Verfügung: die freie Navigation (Geo- oder Konturnavigation auf SLAM-Basis), die markerbasierte Navigation sowie die spurgeführte Navigation.
Welche dieser FTS-Navigationsmethoden eingesetzt wird, hängt unter anderem vom Fahrzeugtyp, der Einsatzumgebung und dem gewünschten Grad an Flexibilität ab.
Freie Navigation (Geo- /Konturnavigation)
Bei der freien Navigation, auch Geo-Navigation oder Konturnavigation genannt, orientieren sich die FTS-Fahrzeuge an den natürlichen Konturen ihrer Umgebung oder optional an Reflektoren. Ein laserbasiertes Navigationssystem erfasst kontinuierlich die Hallenstruktur und gleicht diese Informationen mit einer zuvor erstellten digitalen Karte ab.
Da keine zusätzliche Infrastruktur wie Leitlinien, Marker oder QR-Codes notwendig ist, bietet diese Navigationsart ein hohes Maß an Flexibilität, insbesondere bei Veränderungen der Routen oder Fahrbereiche.
SLAM-Navigation – Die Technologie hinter der freien Navigation
Die freie Navigation basiert auf der SLAM-Technologie (Simultaneous Localization and Mapping). Während der Inbetriebnahme kartografiert das Fahrzeug seine Umgebung selbstständig und nutzt die erzeugte digitale Karte später für die laufende Positionsbestimmung.
Neue Hallenbereiche oder geänderte Wege lassen sich durch ergänzendes Mapping schnell integrieren. Dies ist ein wichtiger Vorteil, wenn Prozesse häufig angepasst oder erweitert werden.
Laser Navigation
In der Praxis wird die freie Navigation überwiegend laserbasiertumgesetzt, weshalb häufig auch der Begriff Laser Navigation verwendet wird. Der Navigationslaser erfasst die statische Umgebungsstruktur wie Wände, Regale oder Stützen und berechnet daraus kontinuierlich die Position des Fahrzeugs. Laser Navigation zeichnet sich durch hohe Präzision und Stabilität in anspruchsvollen Industrieumgebungen aus.
Markerbasierte Navigation (z. B. QR-Codes)
Bei der markerbasierten Navigation orientieren sich die FTS oder AMR an optischen Navigationsmarkern wie QR-Codes, die im Boden oder an definierten Punkten angebracht sind. Die Marker werden durch Kameras oder Scanner erkannt und übertragen präzise Positionsdaten an das Fahrzeug. Dadurch lassen sich bestimmte Zielpunkte besonders präzise ansteuern, ideal für klar strukturierte Bereiche mit wiederkehrenden Transportabläufen.
Diese Navigationsart erfordert zwar eine gezielte Installation der Marker, bietet dafür jedoch eine sehr hohe Genauigkeit, etwa an Übergabestationen oder in Bereichen, in denen exakte Positionierungen entscheidend sind.
Bei Linde Material Handling wird die markerbasierte Navigation häufig als Ergänzung zur freien Navigation eingesetzt, beispielsweise bei AMR-Lösungen, wenn punktgenaue Anfahrpositionen erforderlich sind.
Spurgeführte Navigation
Bei der spurgeführten Navigation folgen die Fahrzeuge einer fest vorgegebenen Spur, die beispielsweise durch optische Leitlinien, Magnetspuren oder in den Boden eingelassene Markierungen definiert wird. Die Sensoren am Fahrzeug erkennen diese Spur und halten es exakt auf dem vorgegebenen Fahrweg.
Die spurgeführte Navigation wird häufig in Bereichen eingesetzt, in denen klar definierte Transportwege und eine hohe Wiederholgenauigkeit gefordert sind. Sie eignet sich besonders für standardisierte und gleichbleibende Materialflüsse, beispielsweise in der Produktionsversorgung, an Montagelinien oder in stark strukturierten Lagerbereichen.
Aufgrund der festen Infrastruktur und der eingeschränkten Flexibilität zählt die spurgeführte Navigation heute nicht mehr zu den üblichen Standardverfahren moderner FTS. Bei Linde Material Handling kommt sie daher nur in spezifischen Anwendungen zum Einsatz, während Standardlösungen auf flexible Navigationskonzepte ausgerichtet sind.
Je nach Einsatzbereich und Anforderungen kommen unterschiedliche Navigationskonzepte infrage. Einen Überblick über passende Fahrzeuglösungen für flexible und markerbasierte Anwendungen bietet Ihnen unsere Übersicht aller FTS-Fahrzeuge.
Orientierung und Steuerung von FTS: Software als Erfolgsfaktor
Die zuverlässige Orientierung fahrerloser Transportsysteme hängt nicht nur von der Sensorik ab, sondern wesentlich von der eingesetzten Software. Sie verarbeitet sämtliche Sensordaten, setzt die Navigationslogik um und stellt sicher, dass die Fahrzeuge ihre Position präzise bestimmen und geeignete Fahrwege wählen.
Bei Linde Material Handling sind die Navigationsfunktionen direkt in die Fahrzeug- und Leitsteuerung integriert und werden nicht als separates Modul betrieben.
Das sorgt für:
Intelligente Navigationslösungen mit Linde Material Handling
Eine leistungsfähige Navigation entsteht durch das Zusammenspiel aus:
- geeigneter Navigationsmethode
- leistungsfähiger Software und
- robusten FTS- und AMR-Fahrzeugen
Linde Material Handling verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz: Die Navigationslogik ist fest in die Fahrzeug- und Systemsteuerung integriert und ermöglicht präzise Bewegungen, sichere Prozesse und hohe Skalierbarkeit – vom Einzelgerät bis hin zu komplexen Flotteninstallationen.
Unsere Experten unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden Navigationsmethode und begleiten Sie bei Planung, Implementierung und Ausbau Ihrer Automatisierungslösung.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zur FTS-Navigation
Was versteht man unter FTS-Navigation?
Die FTS-Navigation umfasst Technologien und Verfahren, mit denen fahrerlose Transportsysteme ihre Position bestimmen und sich sicher durch Lager- oder Produktionsumgebungen bewegen. Sie bildet die Grundlage für autonome Materialtransporte ohne manuelle Eingriffe.
Welche Navigationsarten gibt es bei fahrerlosen Transportsystemen?
Je nach Einsatzumgebung kommen unterschiedliche Navigationsmethoden zum Einsatz: die freie Navigation (Geo-/Konturnavigation) oder die markerbasierte Navigation. Sie unterscheiden sich in technischer Funktionsweise, Flexibilität und dem benötigten Infrastrukturaufwand.
Was zeichnet die freie Navigation (Geo‑/Konturnavigation auf SLAM-Basis) aus?
Bei der freien Navigation orientieren sich die Fahrzeuge an den natürlichen Konturen ihrer Umgebung. Sie nutzt laserbasierte Sensorik und SLAM‑Technologie, kommt ohne zusätzliche Infrastruktur aus und ermöglicht eine flexible Anpassung von Fahrwegen und Transportbereichen.
Abhängig von den Umgebungsbedingungen können ergänzend Reflektoren eingesetzt werden, um die Positionsbestimmung zusätzlich zu stabilisieren.
Wann eignen sich markerbasierte und spurgeführte Navigationsmethoden?
Markerbasierte Navigation bietet eine sehr präzise Punktlandung und eignet sich besonders für klar strukturierte Bereiche mit wiederkehrenden Transportprozessen. Spurgeführte Navigation wird genutzt, wenn feste, standardisierte Routen mit hoher Wiederholgenauigkeit erforderlich sind.
Welche Bedeutung hat die Leitsteuerung für FTS?
Die Leitsteuerung fungiert als zentrale Steuerzentrale des Systems. Sie verarbeitet Sensordaten, setzt die Navigationslogik um, verwaltet Fahrwege und koordiniert einzelne Fahrzeuge oder ganze Flotten. Bei Linde MH ist diese Logik direkt in die Fahrzeug- und Systemsteuerung integriert.