Breiteres Automatisierungsportfolio, humanoide Roboter in der Entwicklung
19.03.2026
Linde Material Handling zeigt Ergebnisse aktueller und zukünftiger Entwicklung
Kaum ein Segment der Intralogistik entwickelt sich so dynamisch wie die Automatisierung. Auf der LogiMAT 2026 stellt Linde Material Handling (MH) die neue Baureihe Linde I-MATIC core für spezielle Branchenanwendungen vor. Die hochindividualisierbaren AGVs lassen sich mit Anbaugeräten wie Doppelpaletten- oder Papierrollenklammern ausstatten und bewegen schwere Lasten mit bis zu 4,0 Tonnen auf eine Hubhöhe von bis zu 6,7 Meter. Highlight eines weiteren Live-Szenarios auf dem Messestand ist ein humanoider Roboter. Das Beispiel zeigt, wie in einigen Jahren selbst ergonomisch anspruchsvollste Kommissioniertätigkeiten im Lager mithilfe von „verkörperter KI“ erledigt werden könnten: Auf Bestellung holt der Humanoide das gewählte Softgetränk aus einem Regal und händigt die Flasche am Tresen aus. Dabei agiert er vollkommen autonom und trifft Entscheidungen selbstständig.
Es hat etwas von Science-Fiction: Über ein Tablet teilen die Messebesucher dem humanoiden Roboter „Carl“ mit, ob sie eine Flasche Wasser oder eine Flasche Cola trinken möchten. Sobald er die Bestellung erhalten hat, macht er sich auf den von ihm gewählten, optimalen Weg zum Regal. Dort angekommen, erkennt er die unterschiedlichen Flaschen und greift eine davon mit der linken oder rechten Hand. Das Besondere: Carl trifft diese Entscheidungen selbstständig, der humanoide Roboter folgt weder einem komplett definierten Ablauf noch ist er ferngesteuert. Insbesondere die Erkennung der Flaschensorte sowie deren genauen Standorts und der Greifprozess werden vollständig autonom ausgeführt. Denn Carl hat in einem KI-Trainingsprozess gelernt, wie er die ihm gestellte Aufgabe selbstständig löst. „Wir zeigen mit dem humanoiden Roboter den nächsten Entwicklungsschritt bei der Kommissionierung. Bis daraus ein marktreifes Produkt wird, dauert es aber noch ein paar Jahre“, schildert Jan-Niklas Freund, Manager Automation Sales Steering bei Linde MH. Eingebunden in den KION-Konzern befinde man sich derzeit in einem frühen Entwicklungsstadium. Es gehe aktuell um strategisches Lernen. Das erfolge an den verschiedenen globalen Entwicklungsstandorten von KION und in enger Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. „Bereits heute haben wir mit dem Linde RoCAP ein marktreifes Fahrzeug im Angebot, das über einen intelligenten Roboterarm mit Greifvorrichtung verfügt und KI-gestützt Warenpakete im Regal erkennt und kommissioniert. Ziel der humanoiden Robotik ist eine verfeinerte Mechanik, kombiniert mit weiterentwickelter KI, um Aufgaben im Lager zu erfüllen, die über das heutige Spektrum weit hinausgehen“, so Jan-Niklas Freund.
Größeres Angebot für wachsende Nachfrage
Parallel zum wachsenden Einsatz von Automatisierungslösungen in den Unternehmen sind in den vergangenen Jahren auch die Anforderungen gestiegen. Beispielsweise, wenn in der Getränkeindustrie zwei Paletten mithilfe einer Doppelpalettenklammer gleichzeitig autonom ein- und ausgelagert oder mit einer angebauten Papierklammer schwere Papierrollen bewegt werden sollen. Dann sind robuste AGVs mit höheren (Rest-)Tragfähigkeiten gefragt, die sich auf unterschiedliche Anwendungen anpassen lassen. Der auf der LogiMAT gezeigte autonome Hochhubwagen Linde I-MATIC AC core verfügt über freitragende Gabeln, um geschlossene Ladungsträger zu transportieren oder Güter an Übergabestationen wie Rollbahnen aufzunehmen, die mit Radarmen nicht unterfahrbar sind. Das robuste Gegengewichtsfahrzeug ist für Lasten bis 4,0 Tonnen und 600 Millimeter Lastschwerpunkt ausgelegt, die er auf eine Höhe von vier Metern hebt, bzw. für Lasten bis 3,5 Tonnen auf 6,7 Meter. Verschiedene Anbaugeräte machen die autonomen Schwergewichte zu multifunktionalen Logistikhelfern. Weitere Modelle der Baureihe sind für Tiefkühllager bis –25 °Grad Celsius oder spezielle Lastträger konzipiert, um Waren im Breitganglager zu bewegen oder die Produktion mit Material zu ver- bzw. Fertigprodukte zu entsorgen. Ein weiteres Modell verfügt sogar über ein integriertes Förderband und kann Ladungsträger sowohl seitlich als auch von vorne aufnehmen und absetzen. Individuell in der Ausführung haben die Fahrzeuge allesamt Industriestandard und kommen aus der konzerneigenen Entwicklung und Fertigung. Softwareseitig basieren die Fahrzeuge auf der MATIC:move+-Plattform und werden durch den Linde Warehouse Manager koordiniert. Er übernimmt die Steuerung, das Routing und die Übergaben im autonomen Warenfluss.
Das umfangreiche Automatisierungsportfolio von Linde MH besteht aus standardisierten und individuellen Lösungen wie dem Linde L-MATIC core und dem Linde I-MATIC AC core sowie stationären Anwendungen wie der Shuttle-Lösung Linde S-MATIC cube.
Das umfangreiche Automatisierungsportfolio von Linde MH besteht aus standardisierten und individuellen Lösungen wie dem Linde L-MATIC core und dem Linde I-MATIC AC core sowie stationären Anwendungen wie der Shuttle-Lösung Linde S-MATIC cube.
Standardisiert, individuell und stationär
Die weiteren Fahrzeuge des auf der LogiMAT gezeigten Live-Szenarios repräsentieren die beiden anderen Bereiche des Linde-Automatisierungsportfolios: standardisierte Fahrzeuge und stationäre Lösungen. Der autonome Hochhubwagen Linde L-MATIC core kommt mit einer Arbeitsgangbreite von unter 2,5 Metern gut mit schmalen Gängen und engen Platzverhältnissen zurecht und eignet sich für Standardaufgaben wie Bodentransporte sowie das Ein- und Auslagern in niedrigen Höhen. Zur weiteren Produktpalette standardisierter Fahrzeuge gehören außerdem verschiedene (Gegengewichts-)Hochhubwagen sowie ein Schubmaststapler, ein Schmalganggerät sowie AMRs. Der Linde S-MATIC cube ist Teil des Einsatzbeispiels für eine stationäre Lösung. Das vollautomatisierte 4-Wege-Paletten-Shuttle-System ermöglicht eine extrem hohe Lagerdichte auf kleiner Fläche und besteht aus Fördertechnik, Regalen, Aufzügen und mehreren Shuttles, die sich in vier Richtungen bewegen. Das in sich geschlossene Shuttle-System erreicht eine Umschlagleistung von bis zu 100 Paletten pro Stunde und bewegt Euro- sowie Industriepaletten mit bis zu 1,5 Tonnen Gewicht.